2013 lief besser als gedacht – und welche Chancen gibt es 2014?

GELDANLAGE UND VORSORGE: RÜCKBLICK / AUSBLICK

Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) sagt, worauf man sich in diesem Jahr einstellen sollte.

Viele Menschen sind mit schlechten Erwartungen ins vergangene Jahr gestartet. Sorgen um hohe Staatsschulden, die Stabilität des Euro und die eigene Zukunft beunruhigten die Mehrheit der Bürger. Sie gingen deshalb lieber mit Tagesgeld- und Sparkonten auf Nummer sicher, erhielten dadurch jedoch allenfalls Minizinsen. Das Fatale daran: Wenn der Zinssatz niedriger ist als die Steigerungsrate für die Lebenshaltungskosten, verliert der Anleger damit real sogar Geld.

Aber was sollen Kleinanleger in einem Umfeld machen, in dem die Notenbankpolitik zwar auf die Stabilität des Euros ausgerichtet ist, nicht aber auf eine angemessene Verzinsung von Geldanlagen? Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es?

Im Folgenden erklärt Dr. Ralf-Joachim Götz, Chefvolkswirt der DVAG, wie Anleger im vergangenen Jahr von der guten Wertentwicklung der Aktien- und Rentenmärkte profitieren konnten und gibt einen Ausblick, welche Chancen es für sie auf dem Finanzmarkt 2014 geben könnte.

Jahresrückblick 2013

Der Blick auf das vergangene Jahr zeigt, dass sich die Schwarzmaler insbesondere beiden Aktienmärkten getäuscht haben. So stieg der Deutsche Aktienindex (DAX) im Jahresverlauf um über 25 Prozent. Dabei fiel die Entwicklung bei den einzelnen Titeln sehr unterschiedlich aus: Aktionäre konnten entweder mit einer einzigen Aktie einen Gewinn von mehr als 80 Prozent Gewinn erzielen oder aber auch fast 15 Prozent Verlust machen.

Wer auf Investmentfonds setzte, bei denen die Anlagen über Branchen und internationale Märkte professionell gestreut werden, war ausgewogener aufgehoben – zumal an mancher Auslandsbörse die Wertentwicklung noch besser war als in Deutschland.

Pech hingegen hatten Anleger, die 2013 auf Gold setzten. Dieses büßte 30 Prozent seines Wertes ein – der größte Jahresverlust seit 1981.

Was bringt 2014?

In letzter Zeit war die Börsenentwicklung stark davon getrieben, dass die Notenbanken viel Geld in die Märkte pumpten und damit die Verzinsung von Geldanlagen niedrig hielten, was wiederum die Attraktivität der Aktienanlage stärkte. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Zügel bei dieser lockeren Geldpolitik wieder angezogen werden. Dies könnte die Aktienmärkte belasten. Allerdings gibt es insgesamt recht gute Konjunkturaussichten, auch wenn keine Wunder zu erwarten sind.

Zudem spricht vieles dafür, dass die Zinsen in nächster Zeit nur gemäßigt steigen werden. Allzu hohe Zinsen wären ein großes Problem für viele immer noch hoch verschuldete Staaten in Europa. Schließlich müssen hier weiterhin wichtige Hausaufgaben zur Konsolidierung der Staatsfinanzen gemacht werden. Reine Geldanlagen zu Niedrigzinsen bleiben weiterhin – sofern sie den ratsamen „Notgroschen“ von zwei bis drei Monatsgehältern übersteigen – unattraktiv

Geldanlagen mit vielen Vorteilen

Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphasen bieten etwa gute klassische Lebensversicherungen hingegen weiterhin eine durchaus ansehnliche Rendite der Sparanteile, die aktuell das dreifache der Inflationsrate erreichen können. Zudem bieten fondsgebundene Lebensversicherungen den Vorteil, von den reichlich vorhandenen Marktchancen zu profitieren. Hinzu kommt, dass die Lebensversicherung nach wie vor das einzige Produkt ist, das die Rentenzahlungen ein Leben lang garantiert, selbst bei unerwartet hohem Alter.

Insbesondere die staatlich geförderte Riester-Rente ist hierbei weiterhin für viele Menschen erste Wahl bei der finanziellen Vorsorge. Aufgrund der Sicherheit der eingezahlten Beiträge und der staatlichen Förderung rentiert sie besser als die meisten anderen Anlageformen.

Zukunftssicherung durch Vermögensaufbau und private Vorsorge

Wer vor rund 50 Jahren in den Ruhestand gegangen ist, bezog im Durchschnitt zehn Jahre lang eine Rente; heute beträgt die Rentenbezugsdauer bereits nahezu 20 Jahre. Bei steigender Lebenserwartung und weiterhin eher niedrigen Zinsen müssen die Menschen deshalb früher und stärker privat vorsorgen als bisher.

Gerade deshalb sollte jeder gewissenhaft klären, ob und wie die berechtigten Hoffnungen auf ein langes Leben auch finanziell abgesichert sind. Auf die Checkliste 2014 für die weitere Zukunftsplanung gehören deshalb unter anderem auch folgende Fragen: Habe ich eine ausreichende Rente im Alter? Wie bin ich gegen Krankheit abgesichert? Bin ich im Fall einer Berufsunfähigkeit abgesichert? Welche Vorteile habe ich durch eine Unfallversicherung? Ab wann brauche ich eine Pflegeversicherung? Wie ist es um meine Familie bestellt?

Generell sinnvoll ist, staatliche Fördermöglichkeiten wie zum Beispiel über vermögenswirksame Leistungen oder staatliche Zuschüsse bei der Pflegeversicherung, beim Bausparen oder bei der Riester-Rente auszuschöpfen.

Wer hier eine sichere Entscheidung treffen will, sollte zunächst seine individuelle Vermögens- und Absicherungslage professionell überprüfen lassen. Der Gang zum Vermögensberater könnte so einer der guten Vorsätze für 2014 sein, die auch langfristig erfolgversprechend sind.