Online-Verträge: Vorsicht, Klickfallen!

Wer im Internet nach Krediten oder Versicherungen sucht, kann schnell auf vermeintliche Schnäppchen hereinfallen. Der sichere Weg ist, Angebote von einem Experten überprüfen zu lassen

Per Mausklick shoppen steht bei den Deutschen hoch im Kurs. Im vergangenen Jahr haben 45 Millionen Menschen das Internet benutzt, um online einzukaufen – das sind etwa 76 Prozent der deutschen Internetnutzer, so jüngst veröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamts. Auch die Suche nach günstigen Versicherungstarifen oder Kreditangeboten findet oft im Internet statt. Mit nur wenigen Klicks können hier alle erdenklichen Verträge abgeschlossen werden. „Nutzer sollten jedoch vorsichtig sein“, raten die Finanzexperten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). In ihren Beratungsgesprächen mit Kunden hören sie immer wieder Berichte über vermeintlich attraktive Online-Angebote, die letztendlich jedoch einen Haken haben.

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Die billigsten Angebote sind häufig nicht die besten

Vergleichsportale werben beispielsweise mit bis zu vierstelligen Beträgen, die Verbraucher sparen könnten, wenn sie ihre Versicherungen und andere Verträge überprüfen ließen. „Nicht immer sind die günstigsten Angebote im Nachhinein tatsächlich die preiswertesten“, wissen die Experten der DVAG. „Mitunter lassen Anbieter wichtige Informationen über Kredite oder Versicherungen aus, welche später hohe Kosten verursachen.“ Wirbt ein Portal etwa mit extrem günstigen Krediten, finden Abnehmer häufig erst später heraus, dass die Kreditlaufzeit deutlich länger oder der effektive Jahreszins höher ausfällt als beworben. So ergab eine Studie der EU Kommission, dass jedes fünfte Vergleichsportal in Europa irreführende Angaben zu Kosten macht, mit denen Kunden getäuscht werden können. Besonders unseriöse Anbieter locken sogar mit Prämien wie Elektrogeräten oder Gutscheinen, die diese jedoch nach Vertragsabschluss nicht herausgeben. Doppelt ärgerlich, denn der abgeschlossene Vertrag gilt auch dann, wenn eine versprochene Prämie nicht ausgehändigt wird. Um also nicht in Kostenfallen zu tappen oder Minderleistungen zu erwerben, sollten Vertragssuchende beim Umgang mit Online-Angeboten ausreichend sensibilisiert sein.

Tipp: Persönliche Passgenauigkeit mit einem Experten besprechen

Allgemein gilt: Wer eine Versicherung oder einen Kredit sucht, kann durchaus im Internet nach Informationen und Angeboten suchen, sollte das Vorhaben vor Vertragsabschluss jedoch besser noch einmal mit einem Experten persönlichbesprechen. „Oft sind die Nachteile eines vermeintlich günstigen Angebots für Verbraucher nicht direkt zu erkennen – ein erfahrener Fachmann sieht diese jedoch sofort“, so die Vermögensberater der DVAG. Entscheidend bei der Wahl des richtigen Produkts ist zudem, ob es auch zur Person passt. Deshalb beleuchten gute Berater einen Vertrag unter umfassender Berücksichtigung der individuellen Lebenssituation eines Menschen. Und gerade bei langfristigen und komplexen Entscheidungen spielt die persönliche Passgenauigkeit eine besonders wichtige Rolle. Hinzu kommt, dass bei Internet-Verträgen der Kontakt mit dem Anbieter meistens nur über E-Mail, Fax oder über eine Telefon-Hotline stattfinden kann. Mit einem Vermögensberater hingegen ist immer ein persönliches Gespräch möglich und er steht seinen Kunden auch nach dem Vertragsabschluss mit Rat und Tat zur Seite.