Start ins neue Semester: Diese Versicherungen haben Studenten besser in der Tasche

WG-Leben, freundschaftliche Gefälligkeitsdienste und die Tendenz, Schlüssel zu verlieren, haben Einfluss auf den Versicherungsbedarf von Studenten. Die DVAG gibt Tipps, wie Studierende Geld sparen und trotzdem optimal versichert sind.

(Bild: Hero Images/Corbis/DVAG) Voller Stolz in die neue Wohnung: Mit im Gepäck sollte auch eine Hausrat- und Haftpflichtversicherung sein

In diesen Wochen beginnt an allen deutschen Universitäten das Sommersemester. Für viele Studienanfänger steht damit gleichzeitig der Umzug in die erste eigene Wohnung an. Für den neuen Lebensabschnitt gilt es, an vieles zu denken – auch an vielleicht etwas lästigere Themen. „Bei allem Umzugsstress und möglicher Erstsemester-Aufregung sollte auch an den passenden Versicherungsschutz wie etwa Hausrat- und Haftpflichtversicherung gedacht werden“, erinnern die Experten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) und erklären, was Studierende dabei beachten sollten.

Haftpflichtversicherung übernimmt Schadensersatz

Eine Haftpflichtversicherung schützt vor den Kosten von Schäden, die Versicherte versehentlich gegenüber Dritten, wie zum Beispiel Freunden oder Bekannten, verursachen. Das heißt jedoch nicht, dass jeder Student beim Umzug in eine eigene Unterkunft automatisch eine Haftpflichtversicherung abschließen muss. Ob ein eigener Vertrag nötig ist, kann vom Alter und dem Ausbildungsstand abhängen: Häufig sind Studenten bis zum Ende ihres 25. Lebensjahres über den Vertrag der Eltern mitversichert. Danach muss ein eigener Versicherungsvertrag her. Gleiches gilt, wenn sich der Student nicht mehr in der Erstausbildung befindet. „Wichtig ist hierbei ein individuelles Gespräch, um die eigene Situation genau zu klären. Denn beispielsweise gilt nach einem Bachelorabschluss sogar noch ein zeitlich direkt anschließender Master oder eine direkt anschließende Lehre als Erstausbildung. Wer hingegen ein Zweitstudium beginnt, der fällt in der Regel aus der familiären Haftpflichtversicherung heraus“, geben die Vermögensberater zu bedenken. Klarer ist die Wartezeit zwischen Schulabschluss und Studienbeginn: Ist sie nicht länger als ein Jahr, greift normalerweise weiterhin die Familienversicherung der Eltern.

Haftpflichtversicherung an das Studentenleben anpassen

Ob eigene Haftpflichtversicherung oder Familienvertrag: Es macht Sinn, die Versicherung an das Studentenleben anzupassen. Zum Beispiel helfen sich Studenten oft gegenseitig, etwa beim Umzug. Wenn dann dem Helfer der neue Fernseher beim Stolpern versehentlich aus den Händen gleitet, kann das schnell zu Streit führen. Mit der speziellen Klausel „Gefälligkeitsschäden“ ist der Helfer allerdings den Ärger los, denn dann zahlt die Haftpflichtversicherung trotz fehlender Haftung. Ebenso nützlich kann es sein, eine sogenannte „Forderungsausfalldeckung“ in den Vertrag zu integrieren. Die Versicherung übernimmt dann im Falle eines schweren Schadens die Kosten, wenn der Verursacher selbst weder versichert ist noch genügend Geld hat, um aus eigener Tasche für den Schaden aufzukommen. Für alle, die gern mal ihren Schlüssel verlieren, ist der Einschluss von „Schlüsselverlust“ empfehlenswert. Dieser lohnt sich vor allem in Mehrfamilienhäusern oder Studentenwohnheimen, wo unter Umständen die komplette Schließanlage ausgetauscht werden muss, sobald jemandem der Haustürschlüssel abhanden kommt.

Hausratversicherung auch für Studentenbuden sinnvoll

Kosten, die durch einen Brand, einen Wasserschaden oder bei einem Einbruch-Diebstahl entstehen, werden durch die Hausratversicherung abgedeckt. Diese Versicherung ist auch für Studenten wichtig – besonders dann, wenn sie zum Beispiel öfter zu WG-Partys einladen und beispielsweise durch eine brennende Zigarette das Sofa in Flammen aufgeht. Oder falls sie in günstigeren Wohnvierteln mit erhöhtem Einbruchsrisiko wohnen. Denn die Gefahr von Wohnungseinbrüchen steigt: Laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik lag die Anzahl der Einbrüche mit rund 167.000 in 2015 um zehn Prozent höher als im Vorjahr. Eine Hausratversicherung für wenige Euro kann sich daher schnell lohnen. „Der Hauptmieter beziehungsweise ein Bewohner schließt dann einen Vertrag über den gesamten Hausrat der Wohnung ab und teilt sich die Kosten mit seinen Mitbewohnern – so ist der Hausrat gleich von allen versichert“, sagen die Vermögensberater.