Wenn Freundschaftsdienste ins Geld gehen

Entsteht bei einer Gefälligkeit ein Schaden, ist die Haftungsfrage oft schwierig. DVAG-Tipp: Eine Haftpflichtversicherung kann in vielen Fällen Schutz bieten

Am 30. Juli ist der internationale Tag der Freundschaft. Zu einem freundschaftlichen Verhältnis gehören auch kleine Gefälligkeiten – Nachbarn packen etwa beim Umzug mit an, wenn jemand neu einzieht. Doch bei solchen Freundschaftsdiensten ist Vorsicht geboten: Denn wer kommt für einen Schaden auf, wenn einem Helfer die Umzugskiste aus der Hand rutscht und ein teures Erbstück des neuen Nachbarn zu Bruch geht? „Entsteht bei sogenannten Gefälligkeiten ein Schaden, bleibt oft derjenige auf den Kosten sitzen, der Hilfe in Anspruch genommen hat“, erklären die Vermögensberater der DVAG. „Hier kann eine Haftpflichtversicherung helfen, Kosten abzufedern – allerdings gilt dann häufig ein eingeschränkter Leistungsumfang.“ Die DVAG erklärt, wer haftet, wenn etwas zu Bruch geht und in welchem Rahmen eine Haftpflichtversicherung Schutz bieten kann.

Bei Gefälligkeiten muss der Helfer meistens nicht haften

Eine Haftpflichtversicherung zahlt bei fahrlässig verursachten Schäden einen Teil der Erstattungskosten. Bei einem spontanen Freundschaftsdienst ist jedoch die Frage nach der Haftung entscheidend: „Erhält jemand zum Beispiel beim Umzug Hilfe von einem Nachbarn, dann tritt ein Haftungsausschluss in Kraft – auch ohne mündliche Absprache“, erklären die Experten der DVAG. „Das heißt: Im Fall einer Beschädigung muss der Helfer nur haften, wenn er grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat.“ Lehnt der Helfer etwa Regalbretter so unsicher an die Hauswand, dass diese abrutschen und ein parkendes Fahrzeug beschädigen, kann dies gesetzlich als leichte Fahrlässigkeit gewertet werden. In diesem Fall muss dann derjenige für die Kosten aufkommen, der den Umzug veranstaltet.

Schäden bei Gefälligkeiten sind niedriger versichert

Verursacht ein Helfer einen Schaden, kann das auch für Versicherte zu einem Dilemma werden: „Nicht jede Haftpflichtversicherung zahlt für Gefälligkeitsschäden“, warnen die DVAG-Fachleute. „Auch wenn die Versicherung zahlt, muss oft auf die Höhe der Deckungssumme geachtet werden.“ So liegt diese bei Gefälligkeitsschäden häufig gerade einmal bei 5.000 Euro.

Wann ein Freundschaftsdienst keine Gefälligkeit mehr ist

Verfügt ein Helfer über spezielles Fachwissen, wird ein Freundschaftsdienst oft nicht mehr als bloße Gefälligkeit eingeschätzt. Hilft also ein ausgebildeter Elektriker einem Freund bei den Sicherungen und richtet einen Schaden an, dann haftet er in der Regel selber. Aber auch Laien müssen unter bestimmten Bedingungen haften, zum Beispiel, wenn ein Freund bei einer Renovierungsaktion für einen bestimmten Tag und Arbeitsbereich eingeteilt wird und zusätzlich mit Wertgegenständen hantiert. „Je genauer die Absprache und der Umfang der Hilfeleistung ist, desto weniger fällt ein Freundschaftsdienst in den Bereich der Gefälligkeit“, sagen die Vermögensberater der DVAG. „Ob dabei eine Bezahlung im Spiel ist, spielt in der Regel keine Rolle.“ Ein zusätzlicher Tipp: Es sollte nicht jeder kleine Schaden gemeldet werden, denn Versicherer können den Vertrag nach zu vielen Meldungen jederzeit kündigen.