Sparen mit Fonds: Das müssen Sie wissen

„Bei Fonds ist unklar, was drin ist, und sie sind riskant.“ Vorurteile wie diese kursieren, doch die Realität stellt sich anders dar. Alle Antworten auf die häufigsten Fragen.

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Sparbuch, Tages- und Festgeldkonten bringen heute wie alle anderen festverzinslichen Anlagen kaum noch Gewinn. Auf den Aktienmärkten läuft es dagegen weltweit gut. Einzelne Aktien zu kaufen birgt aber Risiken: Die Kurse können fallen anstatt zu steigen, und kaum jemand kann voraussagen, ob ein Unternehmen auch zukünftig die erwarteten Ziele erreicht.

Investmentfonds dagegen, so Finanzprofis, könnten diese Risiken durch eine breite Streuung der Anlagen deutlich reduzieren. Und trotz der aktuell niedrigen Zinsen brächten sie attraktive Erträge. Fonds gibt es in zahlreichen Varianten – von sehr sicheren für Vorsichtige bis hin zu solchen, die hohe Rendite ermöglichen, aber auch ein entsprechendes Risiko mit sich bringen. Verwaltet werden sie von Fondsgesellschaften – in Deutschland haben aktuell rund 50 Millionen private und institutionelle Anleger ein Vermögen von rund 2,6 Billionen Euro solchen Gesellschaften anvertraut.

Aber ist der Kauf von Fondsanteilen für Privatpersonen wirklich eine gute Idee? Das fragen sich viele, die beispielsweise eine private Rente ansparen möchten. Als Entscheidungshilfe hier die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

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Müssen Sparer viel Geld haben, um mit Fonds sparen zu können?

Nein! Investmentfonds sind eine der wenigen Anlageformen, die es erlauben, auch mit kleinem Einsatz zu sparen und Erträge zu erwirtschaften. Anleger brauchen also kein großes Startkapital, regelmäßige Einzahlungen von zum Beispiel 25 Euro monatlich können schon reichen. Und „regelmäßig“ muss dabei nicht „monatlich“ bedeuten: Die Zahlungsrhythmen können frei gewählt werden. Darüber hinaus sind viele Fondsgesellschaften sehr flexibel, wenn es um eine Veränderung der Sparbeträge nach unten oder oben geht.

Muss man ein Experte sein, um Fonds zu kaufen?

Wieder lautet die Antwort: Nein. Denn bei der Frage, welcher Fonds am besten zu ihren Zielen und Wünschen sowie zum persönlichen Risikoempfinden passt, können Sparer sich an ihren Vermögensberater wenden. Er ist bei der Auswahl der entsprechenden Produkte behilflich – sei es ein Aktien-, ein Renten- oder ein Immobilienfonds. Die Auswahl und die Zusammenstellung der einzelnen Anlagen innerhalb des Fonds wiederum obliegt dem Fondsmanager, der über viel Fachwissen über Märkte, Branchen und Unternehmen verfügt.

Bieten Investmentfonds eigentlich Rechtssicherheit?

Ja. Die Rechtsgrundlage ist das Investment-Modernisierungs-Gesetz. Das besteht aus

  • dem Investment-Gesetz und
  • dem Investment-Steuer-Gesetz.

Das Investment-Modernisierungs-Gesetz gilt für Investmentfonds aus dem In- und dem Ausland und regelt den Schutz des Anlagekapitals. Dank der strengen Vorgaben des Gesetzgebers sind Investmentfonds die am strengsten überwachte Geldanlage von allen Sparformen mit variabler Rendite. Außerdem gehören sie zu den wenigen Geldanlagen, bei denen der Sparer genau nachvollziehen kann, in welche Wertpapiere der Fondsmanager sein Vermögen investiert.

Und: Investmentfonds gelten als Sondervermögen. Das heißt, wenn die Fondsgesellschaft pleitegehen sollte, bleibt der Einsatz des Anlegers von der Insolvenz verschont.

Ist das in Fondsanteile investierte Geld nicht fest gebunden?

Das stimmt nicht, denn so gut wie alle Fonds können börsentäglich verkauft werden. Bindungsfristen gibt es nur bei Immobilienfonds. Generell ist jede Fondsgesellschaft zum Rückkauf der Fondsanteile verpflichtet; grundsätzlich ist das angelegte Geld für den Anleger immer verfügbar. Zudem muss er nicht alle Anteile auf einmal verkaufen, er kann, je nachdem, wie viel Geld er benötigt, die Summe frei bestimmen.

Sind Fonds denn sicher?

Als Wertpapiere weisen auch Investmentfonds ein gewisses Risiko auf – Aktienkurse können sich unerwartet entwickeln, Währungen auf- oder abgewertet werden, Zinsen können fallen oder steigen, Unternehmen in Konkurs gehen. Daher teilt ein Fondsmanager das Vermögen auf viele Anlagen auf. Durch die breite Streuung reduziert sich das Risiko erheblich. Je nach Risikoprofil steht Anlegern eine große Fondspalette zur Auswahl.

iStock Ein Vorteil von Fonds: Den Wert des eigenen Depots kann man jederzeit nachvollziehen.

Wissen Sparer bei Fonds, wie viel ihre Fondsanteile derzeit wert sind?

Ja. Jeder kann den aktuellen Stand seines Investmentkontos jederzeit abfragen – oft sogar online rund um die Uhr. Anleger bekommen zudem automatisch mindestens einmal pro Jahr einen Depotauszug mit einer Übersicht der Einzelpositionen, einer Bewertung zum Jahresultimo und Informationen zu den Ausschüttungen.

Sind Fonds intransparent?

Im Gegenteil: Fonds sind streng reguliert und werden von Aufsichtsbehörden, Wirtschaftsprüfern und Verwahrstelle überwacht und überprüft. Auf den Websites der Fondsgesellschaften können Anleger daher jederzeit detaillierte Informationen zu den einzelnen Fonds und deren Wertentwicklung einsehen. Dort finden sich auch Angaben zu den größten Einzelpositionen, zur Strategie und zur aktuellen Marktentwicklung.

Welchen Vorteil bietet Anlegern ein Fondssparplan?

Wer über einen Fondssparplan regelmäßig einen festen Betrag einzahlt, kauft – durch den Fondsmanager – bei niedrigen Kursen relativ viele und bei hohen Kursen relativ wenige Anteile. So ergibt sich ein günstiger Durchschnittspreis, den Fachleute als „Cost-Average-Effekt“ bezeichnen. Anleger kommen mit einem Fondssparplan also unter Umständen günstiger an Fondsanteile als per Einzelkauf.

Sind Fonds mit einem guten Rating immer lohnend?

Allein sollten solche Bewertungen nie den Ausschlag zum Kauf geben. Denn ein Rating ist nur eine Momentaufnahme, aus der sich keine Aussage über die künftige Wertentwicklung ableiten lässt. Ein Fonds, der zwar eine Topbewertung erhalten hat, aber auch sehr risikobehaftet ist, eignet sich für einen Anleger mit festem Sparziel und hohem Sicherheitsbedürfnis weniger als ein sicherheitsbetonter Fonds, der kein Rating aufweist. Bei der Fondsauswahl sollten Anleger also besser auf ihren Vermögensberater als auf Ratings vertrauen – denn er kennt ihre persönlichen Ziele besser.

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