Bitcoins: eine riskante Wette

Die virtuelle Währung steigt und steigt. Aber wer Geld anlegen will, sollte besser nicht dem Höhenrausch verfallen. Denn rund um Bitcoins lauern viele Gefahren.

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Als der norwegische Student Kristoffer Koch 2009 genau 5.000 Bitcoins kaufte, musste er dafür 27 US-Dollar ausgeben. Seine Motivation war damals rein wissenschaftlich: Er schrieb gerade seine Abschlussarbeit über Verschlüsselungstechniken, und die neue digitale Währung schien ihm interessant zu sein.

Als er sich vier Jahre später sein schon fast vergessenes Bitcoin-Konto ansah, konnte er sich über sagenhafte 886.000 Dollar freuen. Fast wie ein Lottogewinn. Er verkaufte ein Fünftel seiner Bitcoins und erstand dafür eine Dreizimmerwohnung in Oslo. Wohlgemerkt: 4.000 Bitcoins blieben auf seinem virtuellen Konto, der sogenannten Bitcoin Wallet, liegen. Ihr Wert heute: rund 11,2 Millionen Dollar, umgerechnet zehn Millionen Euro.

Die digitale Währung jagt weiter von einem Hoch zum nächsten. Wer zum Jahresanfang in Bitcoins investiert hat, kann sich aktuell über 250 Prozent Wertzuwachs freuen – dagegen sieht die Wertsteigerung des DAX mit eigentlich recht beachtlichen zehn Prozent recht langweilig aus. Sind Bitcoins also das neue „Nonplusultra“ der Geldanlage?

Kursschwankungen und Sicherheitsrisiken

Ganz so einfach ist es nicht. Zur umsichtigen Geldanlage sind die virtuellen Münzen wegen der
hohen Risiken ungeeignet. Mitten im Bitcoin-Hype mehren sich die Stimmen, die vor einer Überhitzung des Marktes warnen. Die starken Kursschwankungen und der rasante Preisanstieg sind
Kennzeichen einer Blasenbildung, warnt zum Beispiel das Analysehaus sentix, das seit 2013 regelmäßig die Anlegerstimmung zu Bitcoins misst.

Hinzu kommt ein anderes Risiko. Kryptowährungen oder Cyberwährungen, wie virtuelles Geld auch genannt wird, sind in der Vergangenheit immer wieder in Verruf geraten, weil Handelsplattformen gehackt wurden. Spektakulärster Fall war sicherlich der Angriff auf Mt.Gox, einst größter Handelsplatz für Bitcoins. Die japanische Plattform musste 2014 Insolvenz anmelden, nachdem 650.000 Bitcoins verschwunden waren.

Anders als bei Währungen wie Euro oder Dollar, die von Zentralbanken gesteuert werden, gibt es bei Bitcoins keine Regulierung oder Aufsicht. Dies bedeutet, dass Anleger nicht auf fundamentale
Indikatoren wie Zinsen oder Konjunkturdaten vertrauen können, um den fairen Wert der Währung einzuschätzen.

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Verantwortung allein beim Besitzer

Schlampig oder vergesslich dürfen Bitcoin-Besitzer auch nicht sein. Fast wäre dies Kristoffer Koch zum Verhängnis geworden: Als er nach vier Jahren wieder auf seine verschlüsselte Bitcoin Wallet zugreifen wollte, konnte er sich zunächst nicht an sein Passwort erinnern. Damit wäre sein Geld womöglich dauerhaft verloren gewesen. Denn anders als bei einem Bankkonto ist es fast unmöglich, ein einmal verlorenes Passwort für eine Bitcoin Wallet zurückzusetzen. Totalverlust droht ebenfalls
bei Computerproblemen oder wenn der Laptop oder das Smartphone gestohlen werden. Daher sind Sicherheitskopien von der Wallet ein absolutes Muss.

Wie entsteht virtuelles Geld?

Kryptowährungen werden über komplexe Rechenoperationen erzeugt. Das digitale Geld wird nicht über eine Zentralbank, Behörde oder Regierung gesteuert, sondern dezentral über das Rechnernetz aller Teilnehmer generiert. In Anlehnung an Gold wird dieser Prozess auch „Schürfen“ (englisch: mining) genannt. Denn ähnlich wie Gold ist digitales Geld nicht endlos verfügbar. Im Fall von Bitcoins ist die Menge systemisch begrenzt auf 21 Millionen. Diese Anzahl sollte in etwa 100 Jahren erreicht sein, so die aktuelle Schätzung. Ab dann werden keine neuen Bitcoins mehr erzeugt, sondern es finden nur noch kostenpflichtige Transaktionen statt.

Für Privatanleger gilt: Wegen der beschriebenen Risiken eignen sich Bitcoins nicht als Investment. Wer es dennoch wagen möchte, sollte nur kleine Beträge anlegen und sich darüber im Klaren sein, dass dies eine höchst spekulative Form der Geldanlage ist. Der Anleger muss damit rechnen, dass er beim Zocken mit Bitcoins im schlimmsten Fall sein gesamtes investiertes Geld verliert.

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