Dieser Artikel in Kürze
- Fahrräder werden immer teurer und die Zahl der Diebstähle steigt nach zwei Jahren Stagnation langsam wieder an.
- Teure Räder und E-Bikes können über die Hausratversicherung oder eine extra Fahrradversicherung geschützt werden.
- Wer einen Diebstahlschutz auch für unterwegs wünscht oder den Neuwert erstattet haben möchte, braucht mehr Schutz.
Gute Gründe, das Fahrrad zu versichern: die Diebstahlstatistik 2023
Die aktuelle Diebstahlstatistik für 2023 zeigt: Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat sich die Zahl der Diebstähle nach einem kurzzeitigen Rückgang in den Jahren 2020 und 2021 mittlerweile wieder auf das Vor-Corona-Niveau eingependelt. Und mit rund 150.000 Rädern wurden 2023 ungefähr gleich viele Räder gestohlen wie 2022. Was jedoch angestiegen ist, ist die Höhe der Entschädigungsleistung. 2023 haben die Versicherer insgesamt nämlich rund 160 Millionen Euro für gestohlene Fahrräder gezahlt. Zum Vergleich: 2022 waren es noch 140 Millionen Euro und vor zehn Jahren noch die Hälfte mit rund 80 Millionen Euro.1
Ins Verhältnis gesetzt, sind von den Versicherern pro Fahrraddiebstahl 2023 im Durchschnitt 1.100 Euro gezahlt worden, 2022 waren es noch 1.000 Euro, 2013 nur 450 Euro. Die GDV-Statistik berücksichtigt nur die versicherten Diebstähle.2
Was präventiv hilft: gute Fahrradschlösser. Sie sind meist mindestens ein Kilogramm schwer und kosten um die 50 Euro. Bügelschlösser, Faltschlösser mit kleinem Packmaß und Kettenschlösser haben sich hier durchgesetzt. Ein gutes Fahrradschloss ist bei der richtigen Vorbereitung auf die Fahrradsaison die halbe Miete. Für andere Risiken lässt sich der geliebte Drahtesel mit verschiedenen Versicherungen schützen.
1, 2 gdv.de, „Fahrraddiebstahl: Alle Zahlen auf einen Blick“, 25.04.2024
Hausrat- oder Fahrradversicherung: Räder und E-Bikes ausreichend versichern
Fahrräder lassen sich über zwei Wege versichern: über die Hausratversicherung oder eine spezielle Fahrradversicherung, die meist umfangreichere Leistungen bietet.
Die Hausratversicherung übernimmt den Schaden typischerweise nur, wenn das Rad aus gesicherten Räumen, als z. B. Keller oder Wohnung gestohlen wurde.
Viele Hausratversicherer versichern den Diebstahl von Fahrrädern nicht nur aus dem Keller oder der Wohnung, sondern auch wenn man mit dem Rad unterwegs ist und es abgestellt hat. Wichtig dabei ist, dass es durch ein Schloss gesichert ist. Häufig haben ältere Hausratverträge noch eine sogenannte Nachtzeitklausel, d. h. hier ist der Diebstahl des Rads nur zwischen 6-22 Uhr versichert, wenn das Rad unterwegs durch ein Schloss gesichert war. Zwischen 22-6 Uhr morgens ist der Diebstahl nur versichert, wenn sich das Rad im Keller oder der Wohnung befunden hat oder wenn der Gebrauch des Rads noch nicht beendet war.
Eine spezielle Fahrradversicherung bietet meist noch mehr: Sie zahlt z. B. auch bei Reparaturen (z. B. Elektronikschäden an Akku und Motor), einem Fahrradunfall oder einem Sturz ohne Fremdeinwirkung. Sogar ein Schutzbrief für Pannenhilfe lässt sich bei einigen Anbietern abschließen. Da Service und Schutz ihren Preis haben, ist eine umfangreiche Fahrradversicherung nur bei wertvollen Rennrädern, Mountainbikes, Citybikes oder E-Bikes bzw. Pedelecs sinnvoll.
Allgemeine Tipps für die Absicherung von Fahrrädern & E-Bikes
- Je hochwertiger das Fahrrad, desto eher wird es geklaut.
- Eine Anzeige ist Voraussetzung dafür, dass die Fahrradversicherung einspringt.
- Nicht nur, dass das Rad angeschlossen sein muss; damit der Versicherungsschutz greift, gibt es oftmals Anforderungen an das Fahrradschloss (bestimmte Art, hochwertig).
- Meist wird der sogenannte Wiederbeschaffungswert erstattet, der sich daran orientiert, was ein neues gleichwertiges Rad kostet. Viele Hausratversicherer versichern Fahrräder mit einer festen Summe in Euro oder übernehmen pauschal z. B. 1% der im Vertrag hinterlegten Versicherungssumme.
- Eine private Haftpflichtversicherung für selbstverschuldete Radunfälle, bei denen Dritte zu Schaden kommen, ist unverzichtbar.
Versicherungsschutz überprüfen und anpassen
Wer sich mittlerweile ein höherwertiges Rad oder E-Bike angeschafft hat, sollte prüfen, ob und wie diese versichert sind und falls nicht den bisherigen Schutz ggf. ausweiten bzw. die Versicherungssumme erhöhen. Zudem sollte geklärt werden, ob ein E-Bike aufgrund seiner Motorisierung eine weitere Versicherung wie eine Kfz-Haftpflicht benötigt.