Dieser Artikel in Kürze
- Welche finanzielle Unterstützung bestmöglich passt, hängt von der konkreten Ausbildungssituation ab.
- Zu den wichtigsten staatlichen Fördermöglichkeiten gehören die Berufsausbildungsbeihilfe und das Schüler-BAföG.
- Neben der staatlichen Förderung gibt es weitere Optionen wie Nebenjob oder Stipendien, um mögliche Finanzierungslücken zu schließen.
Azubi-Verdienst: So viel Ausbildungsgehalt gibt es
Wer den Schritt in die Ausbildung geht, stellt sich vorab oftmals die Frage: Wie viel verdiene ich während meiner Ausbildung? Wie hoch das Ausbildungsgehalt ausfällt, hängt aber von unterschiedlichen Faktoren ab, wie beispielsweise der Ausbildungsbranche, der Region oder ob es einen Tarifvertrag gibt.
Laut einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst für Auszubildende in Deutschland im April 2024 (ohne Sonderzahlungen) bei 1.238 Euro im Monat. Dabei lag der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst bei Frauen mit 1.302 Euro etwas höher als bei den Männern mit 1.187 Euro.1
1 destatis.de, „Auszubildende verdienten im April 2024 im Schnitt 1 238 Euro brutto”, 26.08.2025
Art der Ausbildung: schulisch oder beruflich?
Ob es eine Ausbildungsvergütung gibt, hängt zunächst von der Wahl der Ausbildung ab. Denn:
- Bei einer schulischen Ausbildung gibt es meistens keine Ausbildungsvergütung. Deshalb kann in diesem Fall unter anderem das Schüler-BAföG eine finanzielle Unterstützung sein. Förderfähige Schulformen sind unter anderem Berufsfachschulen, Akademien, Fachoberschulen, Berufsoberschulen und unter bestimmten Voraussetzungen auch allgemeinbildende Schulen.
- Bei einer beruflichen oder dualen Ausbildung gibt es ein Azubi-Gehalt. Wie hoch die Ausbildungsvergütung ist, hängt vom jeweiligen Betrieb ab.
Allerdings gibt es eine Mindestausbildungsvergütung bei der beruflichen oder dualen Ausbildung. Sozusagen eine gesetzliche Untergrenze, wie viel Azubis mindestens verdienen müssen, unabhängig von der Branche.
Aktuelle Mindestausbildungsvergütung in 2026:
| Ausbildungsjahr2 | Vergütung (brutto / Monat)2 |
|---|---|
| Jahr 1 | 724 Euro |
| Jahr 2 | 854 Euro |
| Jahr 3 | 977 Euro |
| Jahr 4 | 1.014 Euro |
2 bibb.de, „Die Mindestausbildungsvergütung”, 13.10.2025
Finanzen aufstocken: die zwei wichtigsten Möglichkeiten
Abhängig von der Ausbildung haben Auszubildende unterschiedliche Möglichkeiten, das monatliche Einkommen aufzustocken. Die zwei wichtigsten staatlichen Fördermöglichkeiten sind:
- bei einer beruflichen Ausbildung: Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)
- bei einer schulischen Ausbildung: Schüler-BAföG
#1 Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)
Das BAB ist ein staatlicher Zuschuss, um Azubis finanziell zu unterstützen, wenn das Gehalt nicht zum Leben ausreicht. Ein großer Vorteil ist, dass beim BAB keine Rückzahlungspflicht besteht. Doch wer hat Anspruch auf das BAB?
Einfach ausgedrückt müssen, neben weiteren zu beachtenden Einzelheiten, vor allem folgende drei Voraussetzungen für das BAB erfüllt werden:
- Absolvieren einer anerkannten betrieblichen Ausbildung
- Leben in einer eigenen Wohnung
- Notwendigkeit finanzieller Unterstützung
Der monatliche Höchstsatz für die Berufsausbildungshilfe in 2026 liegt bei 822 Euro.3 Dieser setzt sich zusammen aus dem Grundbedarf und einem Mietzuschuss bei einer eigenen Wohnung.
BAB-Höchstsatz in 2026
| Bestandteile3 | Maximalbetrag3 |
|---|---|
| Grundbedarf | 442 Euro |
| Mietzuschuss | 380 Euro |
| möglicher Höchstsatz | 822 Euro |
3 ausbildung.de, „Berufsausbildungsbeihilfe (BAB): So bekommst du Geld vom Staat”, 17.08.2026
#2: Schüler-BAföG
Es soll Schüler/-innen ermöglichen, einen berufsqualifizierenden Abschluss oder weiterführenden Schulabschluss zu erreichen. Der große Vorteil, wie auch beim BAB, ist: Das Schüler-BAföG ist ein staatlicher Zuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden. Und welche Voraussetzungen gelten dafür?
Ähnlich wie beim BAB müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, damit jemand Anspruch auf das Schüler-BAföG hat. Dazu zählen unter anderem:
- Erstausbildung
- Nicht älter als 45 Jahre sein
- Finanzielle Bedürftigkeit
Sind alle Voraussetzungen erfüllt, hängt die Höhe des Schüler-BAföGs von unterschiedlichen Faktoren ab. Einen Einfluss darauf haben unter anderem:
- Wohnsituation: eigene Wohnung oder bei den Eltern lebend
- Ausbildungsform: weiterführende Schule oder schulische Ausbildung
Der Höchstsatz für das Schüler-BAföG liegt 2026 bei rund 959 Euro.4
Schüler-BAföG Höchstsätze in 2026
| Lebenssituation4 | Max. Förderung4 | Grundbedarf oder Wohnpauschale | Kranken- und Pflegeversicherung |
|---|---|---|---|
| Schüler, bei den Eltern lebend | - | - | - |
| Azubi (schulische Ausbildung), bei den Eltern lebend | 638 Euro | Grundbedarf: 501 Euro | 137 Euro |
| Schüler mit eigener Wohnung | 803 Euro | Wohnpauschale: 666 Euro | 137 Euro |
| Azubi (schulische Ausbildung) mit eigener Wohnung | 959 Euro | Wohnpauschale: 822 Euro | 137 Euro |
4 ausbildung.de, „Schüler-BAföG beantragen: Voraussetzungen, Höhe & Antrag einfach erklärt”, 17.08.2026
Finanzielle Unterstützung für Azubis: 5 weitere Möglichkeiten
Neben den beiden erstgenannten Optionen haben Auszubildende noch weitere Möglichkeiten. Dazu zählen:
Kindergeld in der Ausbildung
Ist jemand unter 25 Jahre alt und absolviert eine Ausbildung, besteht Anspruch auf Kindergeld. Das sind aktuell 259 Euro im Monat. Das Kindergeld kann von den Eltern direkt an das Kind überwiesen werden.
Wohngeld in der Ausbildung
Grundsätzlich haben Azubis erstmal keinen Anspruch auf Wohngeld. Warum? Weil für Auszubildende andere staatliche Förderungen vorgesehen sind wie das BAB oder das Schüler-BAföG. In Ausnahmefällen kann es aber doch Wohngeld geben.
Grundvoraussetzung ist ein Ablehnungsbescheid für BAB oder Schüler-BAföG. Dann kann im Einzelfall geprüft werden, ob ein Anspruch besteht und wie hoch der Zuschuss ausfallen kann.
Stipendium während der Ausbildung
Nicht nur für Studenten, auch für Auszubildende gibt es Stipendien. Seit 2024 bieten mittlerweile 9 Begabtenförderwerke ein Stipendium für Auszubildende an. Die Bildungspauschale liegt bei monatlich 300 Euro und das Stipendium muss nach Abschluss der Ausbildung nicht zurückgezahlt werden.5
Wichtig: Eine Doppelförderung durch Leistungen nach dem BAföG ist nicht möglich.
5 bafög.de, „Stipendienangebote der Begabtenförderung”, 17.08.2026
Bildungskredit für die Ausbildung
Eine weitere Möglichkeit ist die Aufnahme eines Bildungskredites. Dieser steht ergänzend zum BAföG zur Verfügung. Der Bildungskredit kann in monatlichen Raten von 100, 200 oder 300 Euro ausgezahlt werden über einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren. Der maximale Gesamtbetrag liegt demnach bei 7.200 Euro.6
Aber: Der Bildungskredit muss nach einer Frist von 4 Jahren in monatlichen Raten von immer 120 Euro zurückgezahlt werden.6
6 kfw.de, „Bildungskredit”, 17.08.2026
Nebenjob während der Ausbildung
Wie beim Studium können Auszubildende durch eine Nebentätigkeit das monatliche Einkommen aufstocken. Das ist vor allem sinnvoll, wenn ein überschaubarer Betrag am Ende des Monats fehlt und die Ausbildung nicht darunter leidet.
Ein Nebenjob ist also dann zu empfehlen, wenn die grundsätzliche Finanzierung steht und nur punktuell ergänzt werden muss.