Welche Versicherung greift bei Hitzeschäden?

Der Umgang mit extremer Hitze im Alltag kann sehr herausfordernd sein. Doch trotz der Berücksichtigung von Empfehlungen und Tipps bei sehr hohen Temperaturen, kann es zu Unfällen und Schäden kommen. Das kann nicht nur das eigene Leben betreffen, sondern auch Eigentum wie das Auto oder Gegenstände in der Wohnung oder im Haus. Welche Versicherung greift bei Hitzeschäden? Ein kurzer Überblick:

#1: Hitzeschäden am Auto

Bei extremer Hitze kann das zu Schäden am Auto führen, wie beispielsweise geplatzte Reifen, aufgeblähte Armaturenbretter oder streikende Elektronik. Welche Versicherung greift, hängt von der Ursache ab:

  • Teilkasko: Schäden durch Brand, Explosion oder Glasbruch sind abgedeckt. Das gilt auch, wenn das Fahrzeug durch Hitzestau in Brand gerät.
  • Vollkasko: Greift, wenn durch selbstverschuldete Fehler Schäden am Auto entstehen können.

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#2: Hitzeschäden im Haus oder in der Wohnung

  • Wohngebäudeversicherung

Grundsätzlich sind Schäden, welche durch Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Hagel entstehen, durch die Wohngebäudeversicherung abgesichert. Hitzeschäden zählen allerdings nicht dazu. Es sei denn, die Schäden durch Hitze führen zu einem versicherten Ereignis.

Beispiel 1: Entsteht durch Hitze ein Brand, wie beispielsweise durch eine überhitzte Solaranlage, greift die Versicherung.

Beispiel 2: Reine Hitzeschäden an der Bausubstanz, wie aufgesprungene Dachziegel, sind in der Regel nicht versichert.

  • Elementarversicherung

Bei extremer Witterung wie Starkregen oder Überschwemmung kann die Elementarversicherung ins Spiel kommen. Allerdings zählt Hitze nicht zu den versicherten Elementargefahren. Ausnahme: Trockenschäden durch Austrocknung des Bodens können versichert sein. Das sollte aber unbedingt individuell geprüft werden.

  • Hausratversicherung

Hier gilt ebenfalls das Prinzip: Entsteht durch Hitze ein Brand, können die Schäden im Hausrat versichert sein. Dazu zwei Beispiele:

Beispiel 1: Geht ein Elektrogerät durch Überhitzung in Flammen auf, dann greift die Hausratversicherung regelmäßig.

Beispiel 2: Überhitzt ein Elektrogerät, ohne dass Feuer entsteht, dann gilt das zumeist als „Eigenverschleiß“ und die Versicherung greift meist nicht.

#3: extreme Hitze am Arbeitsplatz

Nicht nur zu Hause, sondern auch am Arbeitsplatz kann die extreme Hitze gefährlich werden. Zum Beispiel durch einen Sonnenstich und Zusammenbruch auf der Baustelle. Greift dann zwangsläufig die Unfallversicherung?

  • Gesetzliche Unfallversicherung: In diesem Fall muss nachgewiesen werden, dass durch äußere Einwirkung im Rahmen der beruflichen Tätigkeit ein Arbeitsunfall entstanden ist. Deshalb greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht automatisch wie bei einem Sonnenstich.
  • Private Unfallversicherung: Ob ein krankheitsbedingtes Ereignis wie Hitzschlag versichert ist, hängt vom entsprechenden Tarif ab. Hier ist eine individuelle Beratung zu empfehlen.

Hitzewelle: 5 Tipps für den Alltag

Tipp #1 gegen die Hitze: lockere Kleidung
Wenn möglich, lockere Hemden oder Blusen in hellen statt dunklen Farben tragen. Am besten aus Naturfasern wie Leinen, Baumwolle oder Seide. Hut mit breiter Krempe wählen, um Kopf und Gesicht zu schützen
Tipp #2 gegen die Hitze: Sport am Morgen oder Abend

Wer weiterhin Sport treiben möchte, sollte das am besten in den Morgen- oder Abendstunden machen. Während und nach dem Sport unbedingt ausreichend trinken und die verschwitzte Kleidung schnell wechseln.

Wichtig: Unbedingt auf die Warnsignale des Körpers wie Schwindelgefühle achten.

Tipp #3 gegen die Hitze: Essen und Trinken

Bei extremen Temperaturen lieber auf fettiges und schweres Essen verzichten. Stattdessen Lebensmittel wählen, die einen hohen Wasseranteil haben, wie Gurken, Tomaten oder Melonen. Diese tragen zu einem ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt bei. Wer nicht auf warme Mahlzeiten verzichten möchte, kann diese etwa vom Mittag auf den Abend legen und sollte leichte Gerichte wählen.

Ist es extrem heiß, sollte natürlich ausreichend getrunken werden. Am besten gleichmäßig verteilt über den Tag. Somit kann gesundheitlichen Problemen wie Kopfschmerzen vorgebeugt werden.

Zu empfehlen sind lauwarme oder leicht gekühlte statt eiskalte Getränke. Diese belasten den Kreislauf nicht zusätzlich. Bei einer Hitzewelle sind Mineral- und Leitungswasser sowie dünne Kräutertees oder verdünnte Obstsäfte empfehlenswert. Auf süße, kalorienhaltige Drinks wie Limonade, alkoholische Getränke, Kaffee und schwarzen Tee, wenn möglich, verzichten.

Tipp #4 gegen die Hitze: Achtung bei der Klimaanlage

Um den Alltag zu Hause bei einer Hitzewelle erträglicher zu gestalten, kommt oftmals eine Klimaanlage zum Einsatz. Aber Achtung: Die Klimaanlage nicht zu stark herunterregeln. Am besten folgende Faustregel für eine Klimaanlage im Kopf behalten: Die eingestellte Temperatur sollte nicht mehr als 6 Grad unter der Außentemperatur liegen.

Auch an extrem heißen Tagen sollte eine Differenz von 10 Grad nicht überschritten werden. Diese Differenz sollte aber nicht überschritten werden. Grundsätzlich hängt die optimale Temperatur immer vom individuellen Kälte- und Wärmeempfinden ab.

Tipp #5 gegen die Hitze: Fenster öffnen und schließen

Ob Fenster zu oder auf, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und sollte immer individuell entschieden werden. Grundsätzlich gibt es zwei Empfehlungen bei einer Hitzewelle:

  1. Tagsüber nicht zu Hause: Am besten morgens oder nachts stoßlüften und den Tag über die Fenster schließen und abdunkeln.
  2. Tagsüber viel zu Hause: Fenster abdunkeln und die Sonne draußen lassen. Aber so lange es draußen kühler ist als drinnen, hin und wieder für Durchzug sorgen.

Das Aufstellen eines Ventilators ist besonders für die Nacht zu empfehlen. Die Temperatur wird zwar nicht gesenkt, doch die Luft bleibt in Bewegung. Das hat den Effekt, dass der Schweiß auf der Haut schneller verdunstet und den Körper kühlt. Aber den Luftstrom nicht direkt auf Hals und Kopf lenken, sonst drohen Erkältung und Muskelverspannungen.

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