Dieser Artikel in Kürze
- Die finanzielle Planung sollte im Idealfall schon vor Beginn der Elternzeit beginnen.
- Eine wichtige finanzielle Unterstützung während der Elternzeit stellt das Elterngeld dar.
- Wenn möglich, sollte schon während der Elternzeit an später gedacht werden, beispielsweise an die Altersvorsorge für den Nachwuchs.
Finanzen in der Elternzeit: frühzeitige Planung
Die Elternzeit bietet die wertvolle Möglichkeit, die ersten Lebensmonate oder -jahre des Kindes intensiv zu begleiten und wichtige gemeinsame Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig bringt sie für viele Familien finanzielle Veränderungen mit sich: Dem in dieser Zeit geringeren Einkommen stehen laufende Kosten und häufig zusätzliche Ausgaben für den Nachwuchs gegenüber.
Doch mit einer frühzeitigen sowie vorausschauenden Planung kann diese Lebensphase bestmöglich gemeistert werden. Diese 3 Tipps können helfen, schon vor Beginn der Elternzeit finanziellen Spielraum zu schaffen:
Tipp #1: Verträge prüfen
Schon vor Beginn der Elternzeit lohnt es sich, aktuell laufende Verträge zu prüfen und zu entscheiden: Sind diese sinnvoll oder können Ausgaben verringert werden?
Bereits mit wenig Aufwand lassen sich Kosten senken, wie beispielsweise durch die Kündigung von Streamingdiensten und Abos oder der Mitgliedschaft im Fitnessstudio, welche nicht oder kaum genutzt werden.
Tipp #2: Anschaffungen priorisieren
Ob Kinderwagen, Kleidung oder grundlegende Ausstattung für das Kinderzimmer: Die Ausgaben können schnell höher ausfallen als erwartet.
Deshalb kann es sinnvoll sein, die größeren Ausgaben zu priorisieren. So lässt sich besser einschätzen, welche Anschaffungen bereits vor der Geburt notwendig sind und welche auch noch danach erfolgen können.
Eine Idee: Eine Liste mit Dringlichkeitsstufen kann helfen, nicht den Überblick zu verlieren.
Tipp #3: Rücklagen bilden
Eine weitere Option, um die Elternzeit finanziell besser überbrücken zu können, ist die Bildung von Rücklagen. Sinnvoll ist es, einen festen Betrag schon vor der Geburt monatlich anzusparen und auf ein separates Konto zu überweisen.
Als Orientierung gelten 3 bis 6 Monatsgehälter als Rücklage, um unvorhergesehene Ausgaben zu decken.
Finanzierung während Elternzeit: Elterngeld nutzen
Die wohl wichtigste finanzielle Unterstützung während der Elternzeit ist das Elterngeld. Es ist eine staatliche Leistung für Mütter und Väter, die nach der Geburt zu Hause bleiben oder weniger im Beruf arbeiten möchten, um sich um Ihr Kind zu kümmern.
Ziel des Elterngeldes ist es unter anderem, die finanzielle Lebensgrundlage der Familie zu sichern und einen Ausgleich zu schaffen für das Einkommen, das nach der Geburt wegfällt. Aktuell ist das Elterngeld in 3 verschiedenen Varianten möglich:
- Basiselterngeld
- ElterngeldPlus
- Partnerschaftsbonus
Je nach Lebenssituation können die unterschiedlichen Varianten miteinander kombiniert werden. Die Höhe des Elterngeldes ist abhängig von der persönlichen Lebenssituation sowie von den gewählten Elterngeld-Varianten.
Unser Tipp: Welche Elterngeld-Kombination die bestmögliche Variante für die persönliche Lebenssituation ist, kann pauschal nicht beantwortet werden. Weitere und umfangreichere Informationen zu diesem Thema bietet das Familienportal des Bundes.
Weitere Finanztipps während der Elternzeit
Das Elterngeld ist somit ein relevanter, finanzieller Baustein während der Elternzeit. Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten, um finanziell bestmöglich durch die Elternzeit zu kommen. Diese folgenden Tipps können helfen:
Tipp #1: Planung statt Bauchgefühl
Schon vorher, aber insbesondere während der Elternzeit, kommen neue Ausgaben hinzu. Diese reichen von Windeln und Babynahrung bis hin zu größeren Anschaffungen wie einem Kindersitz. Um nicht den Überblick zu verlieren, lohnt sich die Einführung eines „digitalen Haushaltsbuches“.
Im Idealfall sollten einmal alle monatlichen Ausgaben und Einnahmen digital erfasst werden. Daraus wird ersichtlich, wo mögliches Sparpotential in den kommenden Monaten liegen kann.
Tipp #2: Familienkasse
Um die Finanzen während der Elternzeit besser im Blick zu behalten, lohnt sich die Nutzung eines sogenannten 2-Konten-Modells:
Dabei gibt es ein Vermögensaufbaukonto. Hier gehen alle Einnahmen ein wie Gehalt, Boni oder Steuerrückerstattung und ebenfalls alle gemeinsamen Ausgaben wie Miete, Versicherungen oder Einkäufe ab. Das zweite Konto, sprich das persönliche Konto eines jeden Partners, wird zum Konsumkonto. Jeder erhält einen festen Betrag vom Gemeinschaftskonto und kann entsprechend frei darüber verfügen.
Das sorgt nicht nur für Transparenz und Unabhängigkeit. Dieses Finanzsystem hilft, faire Lösungen zu finden und Streit zu vermeiden.
Tipp #3: Gegenseitige Unterstützung
Wer während der Elternzeit beruflich und finanziell kürzer tritt, sollte partnerschaftliche Unterstützung erhalten. Beispielsweise kann aus dem gemeinsamen Konto in die Altersvorsorge der Person, welche finanziell und beruflich kürzer tritt, eingezahlt werden.
Wichtig: Kindererziehungszeiten werden dem erziehenden Elternteil in der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet. Wer einen Riester-Vertrag hat, für den bleibt während der Kindererziehungszeit die unmittelbare Zulagenberechtigung bestehen.
Tipp #4: Über Geld sprechen
Ein wichtiger Punkt, um frühzeitig Streitigkeiten wegen der Finanzen in der Elternzeit zu vermeiden, ist: über Geld sprechen. Wie hoch sind die aktuellen Einnahmen und Ausgaben? Was kann verbessert werden? Oder fühlt sich einer finanziell benachteiligt? Wer sich offen mit diesen Fragen auseinandersetzt, stärkt nicht nur die Finanzen, sondern ebenfalls das Miteinander.
Tipp #5: Zuschüsse sichern
Neben dem Elterngeld haben Eltern Anspruch auf Kindergeld und können unter bestimmten Voraussetzungen weitere staatliche Zuschüsse sowie Förderungen erhalten. Dazu gehören beispielsweise der Kinderzuschlag oder mögliche steuerliche Entlastungen. Zudem bieten einige Städte und Kommunen gesonderte Förderprogramme für Familien an.
Elternzeit: Altersvorsorge im Blick behalten
Früher an später denken: leichter gesagt als getan während der Elternzeit. Doch diese zwei praktischen Tipps können helfen, die Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren:
Tipp #1: Privat vorsorgen
In der Elternzeit sinken in der Regel die Einnahmen. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, weiterhin privat vorzusorgen. Eine Option kann die Nutzung bestehender staatlich geförderter Vorsorgelösungen sein wie die Riester-Rente oder ab Januar 2027 die neuen Altersvorsorgeprodukte. Denn auch mit kleinen Beträgen kann weiterhin in die private Altersvorsorge investiert werden.
Tipp #2: Sparplan für Kinder
Auch beim Nachwuchs gilt das Motto: Starten, statt warten. Wer die Möglichkeit hat, kann frühzeitig einen Sparplan für das eigene Kind aufsetzen. Neben dem Kidz-Konzept kann ebenfalls die geplante Frühstart-Rente, welche ab 2027 eingeführt werden soll, eine Option darstellen.