Dieser Artikel in Kürze
- Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland befindet sich auf einem hohen Niveau.
- Wer deshalb seinen Arbeitsplatz verliert, kann den Neustart auch als Gelegenheit für eine berufliche Neuorientierung nutzen.
- Gerade in den Bereichen Finanzen und Versicherungen wünschen sich viele Menschen eine persönliche Beratung. Der Vermögensberater-Beruf ist daher ein Beruf mit Zukunft.
Insolvenzen auf hohem Niveau
Die aktuellen Zahlen zeigen, wie angespannt die Situation für viele Unternehmen ist. Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 12.812 Unternehmensinsolvenzen registriert – 6,7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Eine höhere Zahl hatte es in einem ersten Halbjahr zuletzt 2013 gegeben. Die BILD fasste die Juni-Zahlen zugespitzt so zusammen: Rechnerisch meldete in Deutschland alle 19 Minuten ein Unternehmen Insolvenz an.¹
Auch aktuell bleibt die Situation angespannt. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) registrierte im August 2026 zwar weniger Insolvenzen als im Vormonat. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen August vor der Corona-Pandemie lag die Zahl jedoch 63 Prozent höher. Allein bei den größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen waren mehr als 16.000 Arbeitsplätze betroffen.²
Wenn der Arbeitsplatz wegfällt, kann ein neuer Blick helfen
Der Verlust des Arbeitsplatzes ist eine schwierige Situation. Gleichzeitig kann eine unfreiwillige Veränderung Anlass sein, die eigene berufliche Zukunft neu zu betrachten.
Was möchte ich künftig machen? Welche Fähigkeiten bringe ich aus meinem bisherigen Beruf mit? Will ich weiterhin in derselben Branche arbeiten – oder kommt auch etwas völlig Neues infrage?
Gerade Berufserfahrung lässt sich häufig übertragen. Kundenorientierung, Kommunikationsfähigkeit, Organisation, Verantwortungsbewusstsein oder Erfahrung im Umgang mit Menschen sind Kompetenzen, die in vielen Tätigkeiten gefragt sind.
Eine mögliche neue Perspektive kann dabei die selbstständige Tätigkeit als Vermögensberaterin bzw. Vermögensberater sein.3
Finanzielle Entscheidungen brauchen kompetente Beratung
Denn unabhängig von der wirtschaftlichen Lage verschwinden finanzielle Fragen nicht. Menschen müssen fürs Alter vorsorgen, ihre Familien absichern, Vermögen aufbauen, Versicherungen verstehen oder Entscheidungen rund um Finanzierung und Geldanlage treffen.
Aktuelle Befragungen zeigen, dass Finanzberatung keineswegs ein Auslaufmodell ist. In einer repräsentativen YouGov-Befragung gab fast jeder vierte Erwachsene in Deutschland an, innerhalb der vergangenen zwölf Monate eine Finanzberatung genutzt zu haben.4
Mit dem neuen Altersvorsorgereformgesetz, das zum 1. Januar 2027 in Kraft tritt, wird sich der Bedarf an persönlicher Beratung voraussichtlich zusätzlich erhöhen. Denn: Durch das Gesetz wird die staatlich geförderte private Altersvorsorge grundlegend neu aufgestellt.
Für Verbraucher entstehen damit neue Möglichkeiten – aber auch neue Entscheidungen: Welche Form der Vorsorge passt zur eigenen Lebenssituation? Wie viel Sicherheit ist sinnvoll, welche Renditechancen möchte man nutzen und lohnt sich ein Wechsel? Gerade bei solchen langfristigen und individuellen Fragen kann eine Vermögensberaterin bzw. ein Vermögensberater dabei helfen, Lösungen aufzuzeigen, Unsicherheiten zu beseitigen und eine passende Vorsorgestrategie zu entwickeln.
Neustart mit einer neuen beruflichen Perspektive
Wer nach einer Insolvenz des bisherigen Arbeitgebers vor einem beruflichen Neustart steht, muss deshalb nicht zwangsläufig einfach den nächsten ähnlichen Arbeitsplatz suchen. Vielleicht ist gerade jetzt der Moment, die eigenen Fähigkeiten neu einzusetzen.
In der Vermögensberatung geht es um den direkten Kontakt zu Menschen, um langfristige Kundenbeziehungen und darum, individuelle finanzielle Ziele zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig bietet eine selbstständige Tätigkeit die Möglichkeit, den eigenen beruflichen Weg stärker selbst zu gestalten und Verantwortung für die eigene Entwicklung zu übernehmen.
Für Berufseinsteiger, auch aus anderen Branchen, bietet die Deutsche Vermögensberatung eine umfassende Aus- und Weiterbildung. Sie werden intensiv von ihrem persönlichen Coach begleitet und erlernen den neuen Beruf Schritt für Schritt – individuell und praxisnah. Die Ausbildung verbindet Präsenzseminare, digitale Lernangebote und praktische Erfahrungen im Beratungsalltag. Auch ein Einstieg im Nebenberuf ist möglich.
Im Vermögensberater-Beruf sind Eigeninitiative, Lernbereitschaft, Freude am Umgang mit Menschen und unternehmerisches Denken gefragt.
Wer genau darin eine Chance sieht und nach einer beruflichen Veränderung einen Neustart mit persönlicher Perspektive sucht, für den kann es sich lohnen, den Beruf genauer kennenzulernen.
1 bild.de, „Insolvenz-Alarm! Alle 19 Minuten geht eine Firma in Deutschland pleite”, 11.09.2026
2 iwh-halle.de, „IWH-Insolvenztrend: Firmenpleiten gehen im August zurück, bleiben aber auf hohem Niveau”, 08.09.2026
3 gesetze.im-netz.de, „Handelsgesetzbuch §84”, 21.10.2026
4 yougov.com, „Jeder vierte Deutsche hat sich im letzten Jahr in Finanzangelegenheiten beraten lassen”, 23.07.2025