Dieser Artikel in Kürze
- Die monatlichen Ausgaben zur Finanzierung des Studiums können zwischen 800 Euro und bis zu knapp 2.200 Euro.
- (Angehende) Studierende haben verschiedene Möglichkeiten, das Studium zu finanzieren.
So viel kostet ein Studium 2026
Wie teuer in Deutschland ein Studium ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Einen Einfluss auf die monatlichen Ausgaben haben zum einen die festen Kosten und zum anderen die flexiblen Kosten. Letztere sind beispielsweise Ausgaben für Lebensmittel, Kleidung und Freizeitaktivitäten. Doch allein die festen Kosten können, abhängig von verschiedenen Faktoren, zu großen finanziellen Unterschieden führen. Besonders die gegebenenfalls anfallenden Wohnkosten stellen Studierende vor finanzielle Herausforderungen.
Laut einer Studie aus dem Jahr 2024 geben Studierende mit eigener Haushaltsführung im Durchschnitt knapp 53 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens für Wohnkosten aus.1 Zum Vergleich: Die Wohnbelastung der Gesamtbevölkerung lag im Schnitt bei knapp 25 Prozent.1
Und wie sieht es mit den monatlichen Gesamtkosten für Studium und Leben aus? Laut der 22. Sozialerhebung von 2023 gaben Studierende im Schnitt 842 Euro aus.2 Allerdings ist diese Zahl mit Vorsicht zu genießen, denn die Erhebung fand bereits 2021 statt. Aufgrund der Entwicklung in den vergangenen Jahren dürften die Ausgaben deutlich nach oben geklettert sein.
Laut einer Auswertung, welche die Entwicklung der letzten Jahre mitberücksichtigt, können die monatlichen Kosten schätzungsweise zwischen 800 Euro und knapp 2.200 Euro liegen.3
1 destatis.de, „Studierendenhaushalte geben im Schnitt 53 % des Einkommens für Wohnkosten aus”, 27.08.2026
2 studierendenwerke.de, „Die Studierendenbefragung in Deutschland: 22. Sozialerhebung”, Mai 2023
3 studis-online.de, „Was kostet ein Studium 2026?”, 29.12.2025
Studium finanzieren: 5 Möglichkeiten
Tipp #1: Unterstützung durch die Familie
Noch immer ist die finanzielle Unterstützung durch Eltern oder Erziehungsberechtigte ein wichtiger Posten der Studienfinanzierung. Denn 90 Prozent der Studierenden erhalten Unterstützung durch die Eltern.4
Die Düsseldorfer Tabelle gibt folgende Empfehlung ab: Der angemessene Unterhaltsbedarf für studierende Kinder, welche nicht bei Eltern oder Erziehungsberechtigten wohnen, beträgt monatlich 990 Euro.5
Zur Info: Die Düsseldorfer Tabelle enthält Richtwerte für die Ermittlung des angemessenen Unterhalts.
Dieser Betrag ist natürlich nicht immer zu stemmen. Deshalb haben Studierende noch weitere Finanzierungsmöglichkeiten, um trotz geringerem Unterhalt das Studium auch finanziell meistern zu können.
4 hochschuldaten.ch, „Studienfinanzierung in Deutschland”, 10.08.2026
5 olg-duesseldorf.nrw.de, „DÜSSELDORFER TABELLE”, 01.01.2026
Tipp #2: Finanzierung des Studiums mit BAföG
BAföG, oder Bundesausbildungsförderungsgesetz, ist eine staatliche Finanzhilfe und weitere Möglichkeit zur Studienfinanzierung. Die Höhe des ausgezahlten BAföG ist allerdings häufig abhängig vom Einkommen der Eltern. Aktuell sind folgende Höchst-Bedarfssätze möglich:6
| Ausbildungsstätte | Bei den Eltern wohnend | Inkl. KV- und PV-Zuschlag | Nicht bei den Eltern wohnend | Höchstsatz inkl. KV- und PV-Zuschlag |
|---|---|---|---|---|
| Höhere Fachschulen, Akademien & Hochschulen | 534 Euro | 671 Euro | 855 Euro | 992 Euro |
Zur Info: KV- und PV-Zuschlag steht für Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag, welcher 137 Euro beträgt. Und was sind die Vorteile vom BAföG? Zum einen muss maximal die Hälfte des erhaltenen BAföG zurückgezahlt werden. Zum anderen ist das Darlehen zinsfrei.
6 bafög.de, „Was sind Bedarfssätze und wie hoch sind sie?”, Juli 2024
Tipp #3: Nebentätigkeiten
Ein weiteres Standbein zur Finanzierung des Studiums ist die Ausübung von Nebentätigkeiten. Zu den klassischen Nebenjobs unter Studierenden gehören unter anderem Kellnern, Bürotätigkeiten oder Lager einräumen.
Zu den häufigsten Beschäftigungsformen zählen:
- Minijob
- Werkstudententätigkeit
- kurzfristige Beschäftigung
Wichtig: Einer der häufigsten Fehler ist das Ausüben von ausufernden, exzessiven Jobs. Das kann wiederum zulasten des Studiums führen und im schlimmsten Fall den Studienabschluss gefährden.
Tipp #4: Stipendium erhalten
Grundsätzlich lohnt es sich, auch nach einem geeigneten Stipendium zu suchen. Ein großer Vorteil davon ist: Das erhaltene Geld muss nicht zurückgezahlt werden.
Zu den bekanntesten Stipendien zählen:
- Deutschland-Stipendium
- Stipendien politischer Stiftungen
- DAAD-Stipendium für Auslandsaufenthalte
Tipp #5: Wahl eines dualen Studiums
Wer gerne Theorie und Praxis kombinieren möchte, sollte ein duales Studium in Betracht ziehen. Denn in diesem Fall findet die Ausbildung beispielsweise nicht nur an der Hochschule statt, sondern ebenfalls in einem Unternehmen.
Das hat nicht nur den Vorteil, dass Studierende direkt eigenes Geld verdienen. Sie haben außerdem einen Abschluss in der Tasche und bereits erste praktische Erfahrungen gesammelt.
Privatkredit für Studierende
Eine weitere Möglichkeit wäre die Aufnahme eines Kredites. Allerdings ist das erst sinnvoll, wenn vorher alle finanziellen Möglichkeiten zur Finanzierung des Studiums ausgeschöpft worden sind. Trifft das zu und das Geld reicht dennoch nicht, kann der Kredit eine Option sein.
Aber Achtung: Der Studienkredit verschafft Studierenden während des Studiums zwar einen gewissen finanziellen Spielraum. Allerdings sollte diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen werden, denn der Kredit kostet Geld in Form von Zinsen und muss zurückgezahlt werden.