Das Jahr 2026 bringt einige gesetzliche Änderungen mit sich. Das betrifft, neben den Neuerungen im Bereich Finanzen, auch den Bereich Versicherungen. Hier ein Blick auf zehn relevante Änderungen für Versicherungen und welche konkreten Folgen das für die Versicherten hat.

#1: Beitragsbemessungsgrenze bei gesetzlicher Krankenversicherung 2026

Eine der wichtigsten Änderungen in 2026 ist die Erhöhung der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze, kurz BBG. Das betrifft sowohl die Kranken- und Pflegeversicherung als auch die Rentenversicherung. Die Beitragsbemessungsgrenze legt das maximale Bruttoeinkommen fest, welches für Sozialversicherungsbeiträge herangezogen wird. Übersteigt ein Teil des Gehaltes diese Grenze, werden darauf keine Sozialversicherungsbeiträge fällig.

Seit Januar 2026 liegt die jährliche Beitragsbemessungsgrenze bei der gesetzlichen Krankenversicherung bei 69.750 Euro bzw. monatlich bei 5.812,50 Euro.1 Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist das ein Anstieg von über fünf Prozent.

1 bundesregierung.de, „Rechengrößen in der Sozialversicherung“, 01.01.2026

Kurzinfo

Was bedeutet das konkret?

Durch die Anhebung der BBG müssen einige Arbeitnehmende, deren Einkommen an oder über der Grenze liegt, mit folgenden Mehrbelastungen rechnen: 

  • Krankenversicherung: plus 51,30 Euro 
  • Pflegeversicherung mit Kindern: plus 10,80 Euro 
  • Pflegeversicherung ohne Kinder: plus 12,60 Euro 
  • Rentenversicherung: plus 37,20 Euro 
  • Arbeitslosenversicherung: plus 5,20 Euro 

Die Berechnungen beruhen auf den aktuellen Beitragssätzen von 14,6 Prozent in der Krankenversicherung plus durchschnittlich 2,9 Prozent Zusatzbeitrag sowie 3,6 Prozent (mit Kindern) beziehungsweise 4,2 Prozent (kinderlos) in der Pflegeversicherung.

#2: Beitragsbemessungsgrenze bei der Rentenversicherung 2026

Die Beitragsbemessungsgrenze steigt ebenfalls bei der gesetzlichen Rentenversicherung. Die monatliche Grenze erhöht sich von bisher 8.050 Euro auf 8.450 Euro oder auf 101.400 Euro im Jahr.2

2 bundesregierung.de, „Rechengrößen in der Sozialversicherung“, 01.01.2026

Kurzinfo

Was bedeutet das konkret?

Diese Änderungen wirken sich auch auf die Berechnung der Entgeltpunkte in der gesetzlichen Rentenversicherung aus. Das prognostizierte Durchschnittsgehalt für 2026 erhöht sich auf 51.944 Euro. In 2025 waren es noch 50.493 Euro.

Das bedeutet: Verdient jemand in 2026 weiterhin das Durchschnittsgehalt aus dem Vorjahr, gibt es jetzt nicht mehr den vollen Entgeltpunkt, sondern bloß 0,9720 Punkte. Heißt: Bei gleichem Gehalt gibt es später weniger Rente.

Was bedeuten diese Änderungen konkret für Sie und Ihre Altersvorsorge? Ich bringe Klarheit in diese und weitere Fragen.

Ihr Finanzcoach

Jetzt Termin vereinbaren

Was bedeuten diese Änderungen konkret für Sie und Ihre Altersvorsorge? Unsere Finanzcoaches bringen Klarheit in diese und weitere Fragen.

Jetzt Termin vereinbaren

#3: Aktivrente

Mit Beginn des Jahres 2026 wurde die Aktivrente eingeführt. Die Aktivrente ermöglicht einen monatlichen Zuverdienst von bis zu 2.000 Euro für alle, die im Rentenalter freiwillig etwas hinzuverdienen möchten.

Der Hinzuverdienst ist grundsätzlich steuerfrei.3 Jedoch müssen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden. Von der Aktivrente können Arbeitnehmer/-innen ab dem Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters profitieren.

3 bundesregierung.de, „Mit Aktivrente bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen“, 01.01.2026

Kurzinfo

Was bedeutet das konkret?

Mit der Aktivrente sollen Menschen unterstützt werden, die im Alter gerne noch länger arbeiten möchten. So ist ein zusätzliches, steuerfreies Jahreseinkommen von bis zu 24.000 Euro möglich. Es werden jedoch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fällig.

Wird die monatliche Einkommensgrenze von 2.000 Euro überschritten, sind auf die überschüssigen Beiträge Steuern zu zahlen. 

#4: Betriebliche Altersvorsorge (bAV) 2026

Die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze kann ebenfalls Auswirkungen auf die betriebliche Altersvorsorge haben. Denn dadurch ergeben sich Chancen und Vorteile für Arbeitnehmende, wie beispielsweise:

  • Bis zu vier Prozent der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze oder 4.056 Euro können steuer- und sozialabgabenfrei als Investition in beispielsweise eine Direktversicherung eingezahlt werden.4
  • Der steuerfreie Höchstbetrag liegt bei bis zu acht Prozent oder 8.112 Euro jährlich.4

4 pensexpert.de, „Beitragsbemessungsgrenze 2026: Das müssen Unternehmen und Beschäftigte jetzt wissen“, 07.01.2026

Kurzinfo

Was bedeutet das konkret?

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Angestellter verdient 8.400 Euro brutto im Monat. Ohne Entgeltumwandlung in die bAV ist das volle Einkommen sozialversicherungspflichtig. Werden allerdings 338 Euro vom Bruttogehalt umgewandelt (entspricht vier Prozent der BBG für die Rentenversicherung), liegt das sozialversicherungspflichtige Einkommen bei 8.062 Euro.

Positiver Effekt: Auf die umgewandelten 338 Euro fallen in der Ansparphase weder Sozialversicherungsbeiträge noch Lohnsteuer an und der Betrag fließt vollständig in den Aufbau der Altersvorsorge. Wichtig: Sozialversicherungsbeiträge und Steuer werden erst in der Auszahlphase fällig.

#5: Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) 2026

Versicherte sollten sich zudem auf Änderungen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen einstellen. Das betrifft sowohl den Zusatzbeitrag bei der GKV als auch die Versicherungspflichtgrenze. Die Versicherungspflichtgrenze legt fest, bis zu welchem Bruttoeinkommen die Beschäftigten gesetzlich versichert sein müssen. Wer über dieser Grenze liegt, hat die Möglichkeit, sich privat versichern zu lassen. In 2026 liegt die Versicherungspflichtgrenze bei 77.400 Euro jährlich oder 6.450 Euro monatlich.5

Der Zusatzbeitrag wurde von den meisten gesetzlichen Krankenkassen zum Jahresstart bereits erhöht. Häufig liegt dieser über dem offiziellen Orientierungswert von 2,9 Prozent, welcher vom Bundesgesundheitsministerium empfohlen wird.6 Einige Krankenkassen wie die BKK Linde, einer unserer Premium-Partner, konnten den Zusatzbeitrag stabil halten und mussten diesen nicht erhöhen.

5 bundesregierung.de, „Rechengrößen in der Sozialversicherung", 01.01.2026

6 rp-online.de, „Denkbar wäre eine Gebühr, wenn Patienten nicht zuerst zum Hausarzt gehen“, 09.11.2025

Kurzinfo

Was bedeutet das konkret?

Wer plant, sich in 2026 privat zu versichern, benötigt ein höheres Einkommen als im vergangenen Jahr. Im Falle einer Erhöhung des Zusatzbeitrages der aktuellen GKV, kann ein Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse sinnvoll sein. Dabei sollten aber unbedingt die möglichen Kosten mit den entsprechenden Leistungen zwischen den Anbietern verglichen werden.

Schon über einen Wechsel der Krankenkasse nachgedacht? Ich berate Sie gerne.

Ihr Finanzcoach

Jetzt Termin vereinbaren

Schon über einen Wechsel der Krankenkasse nachgedacht? Unsere Coaches beraten Sie gerne.

Jetzt Beratung finden

#6: Basis-Rente (Rürup-Rente)

Eine weitere Anpassung erfolgt bei der Basisrente, auch bekannt als Rürup-Rente.

Zum Januar 2026 wurde der geförderte Höchstbeitrag erneut angehoben. Dieser liegt für Ledige bei 30.826 Euro. Bei Ehegatten verdoppelt sich der Betrag auf 61.652 Euro.7

7 handelsblatt.de, „Rürup Rente: Mit gesparten Steuern fürs Alter vorsorgen“, 09.01.2026

Kurzinfo

Was bedeutet das konkret?

Zum einen können steuerlich höhere Beiträge geltend gemacht werden, was die jährliche Einkommensteuerbelastung oft spürbar senkt. Zum anderen sind weiterhin 100 Prozent der eingezahlten Beiträge bis zum Höchstbetrag als Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Diese Regelung greift seit 2023. Wichtig: Die Renten sind erst in der Auszahlphase steuerpflichtig.

#7: Riester-Reform

Einfacher, flexibler, renditestärker und günstiger soll die geplante „Riester-Rente 2.0” werden. Gemeint ist die Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge, auch bekannt als Reform der Riester-Rente.8 Der Beschluss erfolgte bereits am 17. Dezember 2025 durch das Bundeskabinett. Auch wenn im weiteren Gesetzgebungsverfahren noch inhaltliche Änderungen möglich sind, stellt der Beschluss ein klares politisches Bekenntnis zur staatlich geförderten Altersvorsorge und zur grundsätzlichen Systematik der Riester-Rente dar.

8 bundesregierung.de, „Private Altersvorsorge wird attraktiver, 17.12.2025

Kurzinfo

Was bedeutet das konkret?

Eine Abschaffung ist ausdrücklich nicht vorgesehen. Vielmehr soll das System reformiert und weiterentwickelt werden. Künftig sollen Anbieter auf Basis eines Standard-Angebots flexiblere und individuellere Produktvarianten anbieten können, bei denen die bislang verpflichtende Beitragsgarantie entfallen kann. Geplanter Start ist der 1. Januar 2027.

#8: Frühstart-Rente

Neben der Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge hat die Bundesregierung bereits Eckpunkte zur sogenannten Frühstart-Rente beschlossen. Das Eckpunkte-Papier besagt, dass Kinder ab dem sechsten Lebensjahr eine staatliche Förderung von zehn Euro im Monat erhalten. Auch bekannt als Frühstart-Rente-Prämie.9

Ziel ist, dass das Gesetz rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Kraft treten soll. Profitieren sollen zunächst alle Kinder des Geburtsjahrgangs 2020. Die Auszahlung der Frühstart-Renten-Prämie erfolgt rückwirkend.9

9 bundesregierung.de, „Eckpunkte der Frühstart-Rente beschlossen“, 17.12.2025

Kurzinfo

Was bedeutet das konkret?

Mit der Frühstart-Rente wird der Grundstein für die private Altersvorsorge gelegt. Kinder können jahrzehntelang vom sogenannten Zinseszinseffekt profitieren. Außerdem ermöglicht die Frühstart-Rente den frühzeitigen Aufbau einer finanziellen Freiheit. Eigene zusätzliche Beiträge sind möglich und sinnvoll.

#9: Versicherungskennzeichen 2026

Jährlich grüßt das Murmeltier beim Versicherungskennzeichen. Ab dem 1. März muss wieder das entsprechende Kennzeichen gewechselt werden. Dann erfolgt der Wechsel von grün auf schwarz. Das gilt unter anderem für E-Scooter und Mopeds.10

10 adac.de, „Versicherungskennzeichen 2025 für Mofas und E-Scooter“, 10.12.2025

Kurzinfo

Was bedeutet das konkret?

Wer den Wechsel des Versicherungskennzeichens nicht vornimmt, ist ohne gültigen Versicherungsschutz unterwegs und macht sich strafbar. Die rechtlichen Folgen reichen von einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

#10: Regional- und Typklassen der Kfz-Versicherung 2026

Auch in 2026 gibt es wieder eine Anpassung der Regional- und Typklassen. Kurz erklärt:

  • Typklassen geben die Schaden- und Unfallbilanzen eines jeden in Deutschland zugelassenen Automodells an.12 Grundsätzlich gilt: Eine niedrigere Typklasse ist günstiger als eine höhere.13
  • Regionalklassen berücksichtigen die Schadensbilanz im jeweiligen Wohnort des Versicherten. Auch hier gilt: Je besser die Einstufung in der Regionalklasse, desto positiver wirkt sich das auf den Versicherungsbeitrag aus.14

Auswirkungen bei den Typklassen:

  • ca. 5,9 Mio. Versicherte zahlen mehr.13
  • ca. 4,2 Mio. Versicherte zahlen weniger.13
  • ca. 32 Mio. Versicherte bleiben unberührt von den Änderungen.13

Auswirkungen bei den Regionalklassen:

  • ca. 5 Mio. Versicherte werden höhergestuft.14
  • ca. 5,3 Mio. Versicherte werden runtergestuft.14
  • ca. 32,1 Mio. Versicherte bleiben in der gleichen Klasse.14

12 gdv.de, „Typklassen kurz erklärt“, 09.09.2025

13 adcac.de, „Für wen Autofahren 2026 teurer wird: Neue Typklassen der Kfz-Versicherung", 10.11.2025

14 adac.de, „Regionalklassen der Kfz-Versicherung: Das ändert sich 2026“, 10.11.2025

Kurzinfo

Was bedeutet das konkret?

Die Auswirkungen durch die Anpassungen der Regional- und Typklassen sind individuell zu prüfen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, eine Kfz-Versicherung zu wählen, welche die persönlichen Interessen bestmöglich abdeckt. Daher kann das Gespräch mit einem Fachexperten sinnvoll sein.

Nicht den Überblick über die Versicherungen verlieren: Ich berate Sie gerne in einem persönlichen Gespräch, damit Sie entspannter durch 2026 kommen.

Ihr Finanzcoach

Jetzt Termin vereinbaren

Nicht den Überblick über die Versicherungen verlieren: Gemeinsam mit unseren Finanzcoaches kommen Sie entspannter durch 2026.

Jetzt Beratung finden